Judoverein Königs Wusterhausen / Zernsdorf e.V.
Judoverein Königs Wusterhausen / Zernsdorf e.V.

                   Sanfter Weg

Frei übersetzt heißt Ju - sanft und Do - Weg. Mit diesem Namen wollte der Begründer des Judosports, Jigoro Kano (Bild rechts), auf eine faire Kampfsportart hinweisen. Die einzelnen Judotechniken werden dabei so ausgeführt, dass möglichst keine Verletzung des Gegners erfolgen kann.

Der moderne Judosport bietet mehrere Trainingsziele. Die Grundlage für die Sicherheit jedes Sportlers ist das Erlernen der Fallschultechniken. Sie dienen dazu einen Fall bzw. Sturz möglichst unbeschadet zu meistern - eine Fähigkeit die auch im Alltag sehr nützlich sein kann.

Die bekannteste Form des Judo ist der Kampfsport. Hierbei ist das Ziel des Judoka seinen Gegner mit einer Wurftechnik im Standkampf (Tachi-Waza) bzw. einer Bodentechnik (Ne-Waza) zu besiegen. (siehe Judoregeln)

Eine weitere Form des Judosports sind die Kyu- und Kataübungen. Hierbei arbeiten zwei Judoka gemeinsam am Erreichen eines Zieles. Im Judo gibt es 8 Kyu-(Schüler) Grade, die sich durch Gürtelfarben von weiß bis braun aufsteigend unterscheiden, sowie 10 Dan-(Meister) Grade. Zum Erlangen eines Kyu- bzw. Dangrades (Schwarzer Gürtel) muß der ausführende Judoka (Tori) mit einem Partner (Uke) ein bestimmtes Kyu- bzw. Kataprogramm demonstrieren. Dabei steigen die qualitativen und quantitativen Ansprüche. Die Kataübungen zeigen hierbei die höchste Form der Zusammenarbeit. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Dan Prüfungen.

Letztlich sei noch die Judo-Selbstverteidigung genannt. Hierbei erlernen die Judoka Abwehrmöglichkeiten von verschiedenen unbewaffneten und bewaffneten Angriffsformen.

 Judo im alten Japan


Während des Feudalismus wurden in Japan eine Vielzahl verschiedener Kampfkünste praktiziert. Bei den meisten war die Verwendung von Lanzen, Schwerten, Dolchen und anderen Waffen üblich. Die Meister dieser Kampfkünste waren Mitglieder der Samurai (eine Kriegerkaste). Die Samurai hatten im Tokugawa-Shogunat einen Beamtenstatus. Jeder Meister hatte seinen Dojo und die Schüler eines Meister waren ihm zur Treue verpflichtet, das heißt sie durften die Stile der anderen Meister nicht erlernen. Ein echter Samurai trennte sich niemals von seiner Waffe, denn er erachtete es als unter seiner Würde mit bloßen Händen zu kämpfen. Doch konnten ihm die Kenntnisse des Kampfes mit bloßen Händen auf dem Kampffeld oder in den Gemächern eines Schlosses, die mit dem Schwert zu betreten, streng verboten war, unschätzbare Dienste leisten.

 

Die Erfindung des Yoroikumiuchi ("Zweikampf in Rüstungen") wird Sakaeda Muramaro, einem Aristokraten der Nara-Epoche (710-784) zugeschrieben. Doch in Wirklichkeit handelt es sich dabei um eine alte Kunst, deren Aufblühen sich erst später im 11. bis 15. Jahrhundert vollzog. Die Kampftechnik war für das Zusammentreffen von Gegnern ohne Waffen bestimmt. Sie war noch recht einfach und umfasste einen kleinen Komplex von Griffen und Würfen, die später in die verschiedenen Jujutsu-Schulen aufgenommen wurden. Selbstverständlich war die Anwendung von Faustschlägen und Fußtritten nicht untersagt, doch in der Regel konnte man durch die Rüstung eher der eigenen Hand oder dem eigenen Fuß Schaden zufügen, als dem Gegner.

Die Erfinder des Yoroikumiuchi nutzten wirksam alle Besonderheiten in der Bewaffnung des Samurai aus. So konnte man z. B. den Metallring zur Befestigung des Köchers an der Rückseite der Rüstung als bequemen Handgriff bei der Ausführung eines Wurfes nutzen.

 

Interessant sind die in einigen Quellen erhalten gebliebenen Erinnerungen an die Schule Shoshoryu, die eine gewisse Parallele zu einigen Richtungen des chinesischen Kempo und des okinawaschen Karate erlauben. Die Spezifika dieser Schule bestand darin, daß sie eine außerordentlich starke Durchschlagskraft der Hand entwickelte, die in der Lage war, die Panzerung einer Rüstung zu durchschlagen. In der Tokugawa-Epoche, einer langen Friedensperiode, in der sich die Samurai ihren Lieblingsbeschäftigungen widmeten und über die Kampfkünste nachdenken konnten, erreichte die Anzahl der Jujutsu Schulen, dem Nachfolger des Yoroikumiuchi, Rekordziffern.

 

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verloren die Jujutsu-Schulen allmählich an Popularität und machten neuen Strömungen wie Judo, Aikido und Karate Platz. Heute ist in Japan eine Art "Jujutsu-Boom" zu beobachten, der im Wiederauftauchen einer Vielzahl alter und neuer Schulen (z. B. dem Hakkoryu) zum Ausdruck kommt. Das Interesse der Jugend an dieser "rein japanischen" Zweikampfsportart spricht für den deutlichen Trend der Bewahrung der nationalen geistigen Werte, die verstärkt den aus dem Westen und Osten eingeführten Gebräuchen entgegengestellt wird.

 

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